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Ankunft in Deutschland

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© Bayerisches Vogtlandmuseum

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Grenzdurchgangslager Moschendorf bei Hof in Bayern.

Ankunft in Deutschland

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Bis Ende 1945 war etwa eine Dreiviertelmillionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene in Bayern angekommen. Bis zur Auflösung des letzten Auffanglagers 1963 sollten es rund zwei Millionen Neuankömmlinge werden, darunter 55 % Sudetendeutsche sowie Karpatendeutsche aus der Slowakei. Das bedeutete für Bayern einen Bevölkerungszuwachs von über 25 %. 

Zunächst verteilte man die Heimatvertriebenen auf Lager. Nach ihrer Ankunft besaßen sie kaum mehr als ihr bisschen Vertreibungsgepäck und einen winzigen zugewiesenen Wohnraum. In einem zerstörten Land, ohne soziales Netzwerk und Arbeitsperspektive, nahmen viele zunächst Hilfsarbeiten, Heimarbeit oder andere schlecht bezahlte, fachfremde Tätigkeiten an, um zu überleben. Viele ehemals Selbständige gründeten wieder eigene Betriebe und schufen somit neben ihrer eigenen Lebensgrundlage auch neue Arbeitsplätze. Im Juni 1948 – zur Zeit der Währungsreform – waren von 590.000 Erwerbstätigen unter den Vertriebenen in Bayern nur 51.500 arbeitslos. Mit handwerklichen Fähigkeiten, Erfahrung aus verschiedenen Heimindustrien, praktischem Wissen und großem Fleiß trugen die Vertriebenen entscheidend zum wirtschaftlichen Aufschwung und somit zum Wandel Bayerns vom Agrarland zu einem Industriestandort bei.

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Dr. Isabel Mühlfenzl (1927-2022) war eine deutsche Wirtschaftsjournalistin und Fernsehmoderatorin. Nach ihrer Promotion im Fachbereich Volkswirtschaftslehre arbeitete sie viele Jahre für den Bayerischen Rundfunk, wo sie unter anderem als Leiterin der Wirtschaftsredaktion fungierte. Ab 1970 übernahm sie zudem Lehraufträge in Großbritannien und den USA. 

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Dr. Isabel Mühlfenzl berichtet über das Eintreffen der Flüchtlinge in Bayern nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und deren Integration sowie die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns vom Agrar- zum Industriestaat.
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Urheber: Haus der Bayerischen Geschichte (Schmidbauer, G.)

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Urheber: Stadtmuseum Weiden – Tachauer Heimatmuseum

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Jacke und Rucksack von Richard Wag aus Lusen, gefertigt aus Leinensäcken für die Landwirtschaft, Langenzell um 1946/47.

Aus Alt mach Neu - Wiederverwertung von Fluchtgut

Viele Flüchtlinge erreichten Deutschland nur mit dem nötigsten Gepäck, das sie auf ihrer langen Reise auf dem Leibe tragen konnten. Da das vom Krieg zerstörte Land hielt kaum Ressourcen bereit, um sich neue Besitztümer oder nur das nötigste zum Leben zu beschaffen. Diese Not machte erfinderisch: Da er nichts anderes zum Anziehen hatte, ließ sich Richard Wag nach der Vertreibung als erstes Kleidungsstück von einem Schneider in Langenzenn bei Nürnberg aus den Leinensäcken, in denen sein Vertreibungsgepäck untergebracht war, eine Jacke und einen Rucksack anfertigen.

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Urheber: Museum Bayerisches Vogtland

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Stofflappen mit Besitzangaben.

Eingenähte Besitztümer

Auf dem Stofflappen sind Angaben zum Besitz von Familie Hikele aus Moligsdorf/Malíkov (Mähren) festgehalten. Es ist nicht erlaubt, solche Informationen in schriftlicher Form bei der Aussiedlung mitzunehmen. Deshalb schreiben manche sie auf Stoffstücke und nähen diese dann in die Kleidung ein. Bei den Kontrollen im Sammellager werden die eingenähten Stoffstücke oft übersehen.