Nach der Absetzung König Karls II. (Carol) von Hohenzollern wurde in Rumänien der faschistische „National-Legionäre“ Staat ausgerufen, mit Ion Antonescu als dessen „Führer“ (conducător). Im November 1940 erklärte die rumänische Regierung die nationalsozialistische „Deutsche Volksgruppe in Rumänien“ zum „nationalen Willensträger“ dieser Minderheit und überließ sie damit der Vereinnahmung durch das Deutsche Reich. Auf der Grundlage eines deutsch-rumänischen Abkommens wurden ab 1943 wehrpflichtige junge Deutsche in deutsche Heeresverbände eingezogen, zahlreiche von ihnen in die Waffen-SS.
1944 wechselte Rumänien die Fronten. Während ein Großteil der Nordsiebenbürger Sachsen nach Westen fliehen konnte, wurden jene aus Südsiebenbürgen kollektiv als „Kollaborateure Hitlerdeutschlands“ verfolgt. 1945 deportierte man die arbeitsfähigen Frauen und Männer zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion. Ihr Schicksal ist unter anderem im Roman Atemschaukel
von Herta Müller literarisch verarbeitet. Viele Deportierte starben, viele kehrten nach vier bis fünf Jahren schwer traumatisiert zurück, andere wurden in die Sowjetische Besatzungszone Deutschlands entlassen.
Die Bundesregierung setzte sich später für die Zusammenführung der durch Krieg und Nachkriegszeit getrennten Familien ein – bis hin zum sogenannten „Freikauf“.