Der Inhalt wird nicht schön dargestellt? Bitte aktivieren sie JavaScript und nutzen Sie einen aktuellen Browser und alles wird toll aussehen und funktionieren. Versprochen.🤞

Die Gründung der Tschechoslowakei 1918

§

Urheber: © IWM (Q 112719).

https://www.iwm.org.uk/collections/item/object/205355278

Cc4

Tschechoslowakische Beamte, darunter Karel Kramar, der erste Ministerpräsident der Tschechoslowakei, wenden sich am 8. November 1918 auf dem Altstädter Ring in Prag zu einer Menschenmenge.

Die Gründung der Tschechoslowakei 1918

1

Die Tschechoslowakische Republik entstand am 28. Oktober 1918 im Zuge des Zerfalls von Österreich-Ungarn am Ende des Erster Weltkrieg. Führende Vertreter der tschechischen Unabhängigkeitsbewegung wie Tomáš Garrigue Masaryk, Edvard Beneš und Milan Rastislav Štefánik setzten sich international für die Gründung eines eigenen Staates der Tschechen und Slowaken ein. Um die Entstehung eines politisch und wirtschaftlich lebensfähigen Staates zu rechtfertigen, argumentierten sie mit der Existenz einer gemeinsamen „tschechoslowakischen Nation“.

Der neue Staat umfasste die historischen Länder Böhmen, Mähren, Österreichisch-Schlesien sowie die Slowakei und die Karpatenukraine. Dadurch wurde die Tschechoslowakei jedoch zu einem multinationalen Staat: Neben Tschechen und Slowaken lebten dort große Minderheiten, darunter etwa drei Millionen Deutsche, vor allem in den Grenzgebieten Böhmens und Mährens, dem später sogenannten Sudetenland.

Viele Sudetendeutsche wollten sich nach dem Zusammenbruch der Monarchie nicht dem neuen Staat anschließen, sondern plädierten für eine Aufnahme in den deutschsprachigen Staat Deutschösterreich. Sie beriefen sich ebenfalls auf das von den Siegermächten propagierte Selbstbestimmungsrecht der Völker und gründeten 1918 eigene politische Gebilde wie die Provinz Deutschböhmen. Die tschechoslowakische Regierung setzte jedoch militärisch die Eingliederung dieser Gebiete durch, da sie für die wirtschaftliche Stärke und die strategische Sicherheit des neuen Staates als unverzichtbar galten.

2
§

Urheber: IWM (Q 112701)

https://www.iwm.org.uk/collections/item/object/205355260

Cc4

Tomas Masaryk an einer Bahnstation in Tabor während seiner Rückkehr aus dem Exil nach Prag am 21.12.1918.

Tomáš G. Masaryk, der sich seit Beginn des Krieges im Exil befand, betrieb von dort aus aktiv die Gründung eines eigenständigen tschechischen Staates. Dabei bezog er auch die Slowaken in seine Pläne ein, um angesichts des großen deutschen Bevölkerungsanteils eine slawische Mehrheit im neuen Staat zu sichern. Bis September 1918 gelang es ihm, die Alliierten von der Idee einer unabhängigen Tschechoslowakei zu überzeugen. Im Oktober 1918 bildete er in Paris eine provisorische tschechoslowakische Regierung und rief wenig später den unabhängigen tschechoslowakischen Staat aus.