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Die Sudetenkrise 1938

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© Bundesarchiv, Bild 183-R69173

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Das Münchner Abkommen vom 29.9.1938. Von links: Chamberlain, Daladier, Hitler, Mussolini, und der italienische Außenminister Graf Galeazzo Ciano. Im Hintergrund von Ribbentrop und von Weizsäcker.

Die Sudetenkrise 1938

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© Bundesarchiv, Plak 003-006-009 CSR.

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Wahlplakat der Sudetendeutschen Partei.

Die knapp drei Millionen Sudetendeutschen bildeten im 1918 gegründeten Tschechoslowakischen Staat eine Minderheit. Ihr Wunsch nach einer Zugehörigkeit zu Deutschösterreich war 1918 von der tschechoslowakischen Regierung verwehrt worden. Benachteiligungen innerhalb der noch jungen Republik verstärkten die Ablehnung der Sudetendeutschen gegen den Staat zunehmend, sodass sie sich ab 1933 zunehmend Hilfe vom Deutschen Reich versprachen. Eine zentrale Rolle hatte dabei Konrad Henlein inne, der 1933 die Gruppierung "Sudetendeutsche Heimatfront" gründete, welche später auf Druck der tschechoslowakischen Regierung in "Sudetendeutsche Partei" umbenannt wurde und sich offen zum Nationalsozialismus bekannte. Adolf Hitler sah in der Partei die Möglichkeit, die Eingliederung des Sudetenlandes in das Deutsche Reich und die Zerschlagung der Tschechoslowakei zu erreichen. Im März 1938 lies er die "Sudetendeutsche Partei" darum das "Karlsbader Programm" verabschieden, das für die deutschsprachigen Gebiete Autonomierechte einforderte. 

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© Bundesarchiv, Bild 183-H12657 / Fotograf(in): o. Ang.

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Konrad Henlein besucht in der Nacht zum 21.9.1938 in Annaberg (Sachsen) das in Deutschland aufgestellte Sudetendeutsche Freikorps.

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Adolf Hitler im Sudetenland: Adolf Hitler auf der Fahrt nach dem durch deutsche Truppen besetzten Eger bei einer Imbiss-Pause auf der Straße zwischen Franzensbad und Eger am 3.10.1938.

Hitler führte die "Sudetenkrise" bewusst herbei. In seiner Reichsparteitagsrede am 12. September 1938 klagte er gegen "unverschämte Misshandlungen" der tschechoslowakischen Regierung gegenüber den Sudetendeutschen, deren Schicksal ihm "nicht gleichgültig" sei. In den Folgetagen kam es in der Tschechoslowakei zu Aufständen, deren Anhänger zu Tausenden vor der tschechoslowakischen Polizei nach Deutschland flohen. Um die Tschechoslowakei dennoch zu schwächen, ermöglichte Hitler am 17. September 1938 die Gründung des "Sudetendeutschen Freikorps". Die aus den Flüchtigen bestehenden Kampfverbände sollten militärische Unruhe in das Grenzgebiet bringen und wurden heimlich von der deutschen Wehrmacht bewaffnet. Henlein, der an der Spitze des Freikorps stand, besetzte mit den Soldaten die Städte Eger und Asch. 

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© Bundesarchiv, Bild 146-1976-033-06

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Hitler unterschreibt das Münchner Abkommen am 30.9.1938, v.r.n.l.: Joachim von Ribbentrop, Julius Schaub, Adolf Hitler, Benito Mussolini, Hermann Göring.

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© Bundesarchiv, Plak 003-006-036

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Aufforderung an die deutsche Bevölkerung Münchens, auf die Straßen zu gehen und Hitler zuzujubeln, September 1938.

Die tschechoslowakische Regierung stand unter dem Druck dieses unerklärten Krieges im Grenzgebiet und der offensichtlichen Kriegsunwilligkeit seiner Verbündeten Frankreich und Großbritannien. Sie stimmte am 21. September 1938 schließlich der Abtretung der mehrheitlich deutsch besiedelten Gebiete an Deutschland zu. Auch die Alliierten gaben Hitlers Drängen auf die Eingliederung des Sudetenlandes nach, da sie darauf hofften, ihn im Sinne der Appeasement-Politik zu beschwichtigen. Am 30. September 1938 unterzeichneten Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich das Münchner Abkommen, welches die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete an das Deutsche Reich festlegte. Vertreter der tschechoslowakischen Regierung waren nicht eingeladen, weshalb das Ergebnis der Münchner Konferenz auch als "Diktat von München" bezeichnet wird.

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© Bundesarchiv, Bild 183-H13116

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Adolf Hitler passiert bei Wildenau unter dem Jubel der begeisterten Egerländer die ehemalige deutsch-tschechoslowakische Grenze
3.10.38.

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© Bundesarchiv, Bild 183-H13158

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Am 3. Oktober 1938 überschritten Truppen der deutschen Nazi-Wehrmacht die Grenze zur Tschechoslowakei und annektierten weite Gebiete des Nachbarlandes. Ihr Einmarsch in der Grenzstadt Asch vollzog sich "friedlich". Deutsche Soldaten mit Frauen und Kindern auf einer Straße mit Hakenkreuz-Flaggen und Hakenkreuz-Bannern.

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© Bundesarchiv, Plak 003-003-097

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Ergänzungswahl für den Deutschen Reichstag im Sudetenland nach dem Anschluss an das Deutsche Reich. Propaganda-Motiv: Händedruck Hitler-Henlein, November 1938.

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© Bundesarchiv, Plak 003-003-093

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Propaganda für die Ergänzungswahl des Deutschen Reichstages im Sudetenland nach dem Anschluss an das Deutsche Reich.

Während die Tschechen das Münchner Abkommen überwiegend negativ aufnahmen, wurde es von den Sudetendeutschen begeistert begrüßt. Durch den Anschluss an das Deutsche Reich versprachen sie sich, fortan im eigenen Staat nicht länger benachteiligt zu sein. Hitler und seine Anhänger erhielten somit bei ihrem Einmarsch in das Sudetenland im Herbst 1938 einen warmen Empfang.