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Erzwungener Aufbruch aus Pommern

Erzwungener Aufbruch aus Pommern

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Anfang 1945 begann die erwartete Winteroffensive der Roten Armee. Für die pommersche Bevölkerung bedeutete dies akute Lebensgefahr, sodass die Flucht unausweichlich wurde. Dennoch erteilten die zuständigen Kreisleiter der NSDAP die notwendigen Treckgenehmigungen viel zu spät. Als sich schließlich doch ganze Dörfer auf den Weg machten, kamen die in großer Eile gepackten Fuhrwerke oft nicht mehr weit. Straßen und Wege waren vereist und nahezu unbefahrbar. Da zudem eine Fahrspur für Wehrmachtsfahrzeuge freigehalten werden musste, stauten sich die Fluchtfahrzeuge über viele Kilometer und wurden von den heranrückenden sowjetischen Truppen eingeholt.

Vor dem Hintergrund vorangegangener NS-Verbrechen auf dem Gebiet der Sowjetunion entluden sich nun, verstärkt durch Moskauer Propaganda, Rache und Vergeltung der Rotarmisten an der pommerschen Zivilbevölkerung. Tiefflieger griffen die Flüchtlingstrecks an, Panzer überrollten Fuhrwerke, Vergewaltigungen und andere Gewaltakte versetzten die Menschen in Panik. Hunger und eisige Temperaturen verschärften die Situation zusätzlich. Viele Kinder und alte Menschen fielen ihr zuerst zum Opfer.

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Hinterpommern - die abgeschnittene Provinz

Anfang März 1945 entstand in Hinterpommern eine Kessellage, als Verbände der Roten Armee auch von Westen vordrangen und bald darauf Köslin und Belgard einnahmen. Am 3. März erreichte zudem die polnische Armee bei Kolberg die Ostseeküste. Für viele Flüchtende aus den nordöstlichen Landkreisen blieb damit nur noch die Ostsee als Rettungsweg. Sie mussten versuchen, die Häfen von Danzig, Gdingen und Stolpmünde zu erreichen. Unter ständigem Beschuss feindlicher Bomber transportierte die deutsche Marine von dort aus Tag und Nacht über eine halbe Million Menschen in den Westen.

Für die Flüchtlingsströme auf dem Land wurden die nördlichen Oderbrücken bei Stettin als letzter verbliebener Fluchtweg zum Nadelöhr. Bei Swinemünde stauten sich die Trecks kilometerweit. Als die amerikanische Luftwaffe die Stadt am 12. März bombardierte, befanden sich dort auch über 30.000 Flüchtlinge. Die Deutschen, die in Pommern zurückblieben, waren der Willkür der Besatzungsmächte ausgeliefert.

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Rückkehr in verbrannte Dörfer und Städte

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht. Sowjetische Soldaten und polnische Milizen konnten fortan ungehindert gegen die Zivilbevölkerung vorgehen. Schon vorher waren Gutsherren festgenommen und, selbst wenn sie keine Nazis waren, oft umstandslos erschossen worden. Tausende noch arbeitsfähige Männer und Frauen deportierte man nach Sibirien. Das sowjetische Militär erließ zudem einen Befehl an alle Flüchtlinge, nach Hause zurückzukehren. Ein ungeordneter Rückstrom vieler Geflüchteter setzte daraufhin ein. Die Heimkehrer fanden jedoch verbrannte Dörfer und Städte vor. Ihre Häuser waren vielfach geplündert, ihr Vieh beschlagnahmt worden. Nur sehr provisorisch konnten sie sich in der alten Umgebung wieder einrichten. Viele erkrankten an Typhus, Ruhr oder Fleckfieber.