Besonders die ländlichen Bezirke Pommerns mochten noch bis in den Spätsommer 1944 hinein wie eine Insel des Friedens inmitten des mörderischen Weltkrieges wirken. Nur über den Volksempfänger erfuhren die meisten Menschen vom Verlauf der Schlachten an scheinbar weit entfernten Fronten. Doch im Oktober 1944 änderte sich die Lage grundlegend: Das Kampfgeschehen erreichte die alten preußisch-deutschen Staatsgebiete im Osten – und Pommern bildete deren westliche Flanke.
Am 7. Oktober 1944 wurde Stettin von der britischen Luftwaffe bombardiert und fast vollständig zerstört. Als am 16. Oktober sowjetische Truppen in Ostpreußen erstmals die deutsche Reichsgrenze überschritten, begann die Flucht der dortigen Bevölkerung. Erste Flüchtlinge aus dem Memelland zogen mit ihren Fuhrwerken bald über die pommerschen Straßen Richtung Westen und kündeten von der näherkommenden Gefahr.