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Der Zweite Weltkrieg erreicht deutsches Staatsgebiet im Osten: Hinterpommern zwischen Flucht, Rückkehr und Vertreibung

Der Zweite Weltkrieg erreicht deutsches Staatsgebiet im Osten: Hinterpommern zwischen Flucht, Rückkehr und Vertreibung

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Besonders die ländlichen Bezirke Pommerns mochten noch bis in den Spätsommer 1944 hinein wie eine Insel des Friedens inmitten des mörderischen Weltkrieges wirken. Nur über den Volksempfänger erfuhren die meisten Menschen vom Verlauf der Schlachten an scheinbar weit entfernten Fronten. Doch im Oktober 1944 änderte sich die Lage grundlegend: Das Kampfgeschehen erreichte die alten preußisch-deutschen Staatsgebiete im Osten – und Pommern bildete deren westliche Flanke.

Am 7. Oktober 1944 wurde Stettin von der britischen Luftwaffe bombardiert und fast vollständig zerstört. Als am 16. Oktober sowjetische Truppen in Ostpreußen erstmals die deutsche Reichsgrenze überschritten, begann die Flucht der dortigen Bevölkerung. Erste Flüchtlinge aus dem Memelland zogen mit ihren Fuhrwerken bald über die pommerschen Straßen Richtung Westen und kündeten von der näherkommenden Gefahr.

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Pommern als Fluchtburg?

Da die Provinz abgesehen von mehrfachen Bombardierungen Stettins bis Mitte 1944 weitgehend vom Kriegsgeschehen verschont geblieben war, suchten hier Menschen aus Berlin oder dem Ruhrgebiet Zuflucht vor Luftangriffen. Viele wurden auch im Rahmen der Kinderlandverschickung“ nach Pommern evakuiert. Immerhin hatte die Landwirtschaft auf den Gütern und Bauernhöfen, wenn auch nur mit Hilfe von Zwangsarbeitern, weitergeführt werden können.

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"Ostwall"

Im Juli 1944 erließ Hitler den Befehl zum Ausbau des sogenannten „Ostwalls“, einer bereits 1932 angelegten Befestigungslinie von Landsberg an der Warthe in Ostbrandenburg bis ins pommersche Stolpmünde. Alarmiert durch das schnelle Vorrücken der Roten Armee wurden über 100.000 Frauen, Schulkinder und Rentner von der Wehrmacht zu schweren Schanzarbeiten im Rahmen des „Ostwall schippens“ (so der Volksmund) herangezogen. Das Projekt erwies sich aber als Fehlplanung, denn der Wall konnte von sowjetischen Truppen einfach übergangen oder an schwach besetzten Teilstücken überrollt werden.