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Polen kommen, Deutsche gehen

Polen kommen, Deutsche gehen

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1945 begann die sowjetische Übergangsverwaltung auch in Pommern mit der sogenannten Demontage. Bahnverbindungen wurden durch den Abbau von Schienen unterbrochen, (land-)wirtschaftliche Maschinen und Viehbestände konfisziert und in die Sowjetunion gebracht. Eine Bestellung der Felder war nicht mehr möglich. Bald wurden die sowjetischen Verwaltungen durch polnische ersetzt, und in den meisten Gemeinden traten polnische Bürgermeister ihr Amt an.

Flüchtlinge aus den Ostgebieten Polens, vor allem aber aus Zentralpolen zogen in die leeren Häuser ein, aus denen die Deutschen zuvor vertrieben worden waren. Dabei kam es oft zu dramatischen Szenen und erbitterten Konflikten, manchmal aber auch zu recht guter Nachbarschaft. Facharbeiter wurden teilweise in der alten Heimat festgehalten, ebenso sogenannte Autochthone, da sie, obwohl deutscher Identität, als „repolonisierungsfähig“ galten. Sie waren gezwungen, polnisch zu sprechen, und sahen sich zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt.

Die genannten Gruppen durften ab 1957 sukzessive als „Aussiedler“ nach Deutschland ausreisen. Eine große Ausreisewelle setzte gegen Gewährung bundesdeutscher Kredite in den 1970er Jahren im Zuge der „neuen Ostpolitik“ ein. Rund 35.000 sogenannte „Spätaussiedler“ wagten den Schritt in das unbekannte Westdeutschland, um sich kulturell wieder beheimatet zu fühlen. Bis heute gibt es in Pommern /Pomorze (Zachodnie) eine kleine deutsche Minderheit.