Die Geschichte der Donauschwaben begann lange vor dem 20. Jahrhundert. Ende des 17. Jahrhunderts vertrieben die Habsburger mit ihren Verbündeten die Osmanen aus dem damaligen Ungarn. Um das weitgehend brachliegende, sumpfige Land wirtschaftlich nutzbar zu machen, sollte die Weidewirtschaft der lokalen Bevölkerung durch intensiven Ackerbau ersetzt werden.
Dafür warben die Habsburger gezielt Bauern und Handwerker aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation an. Hunderttausende folgten dem Ruf, angelockt durch Versprechen von Land, Freiheit und Steuererleichterungen. Mit einfachen Holzschiffen, den sogenannten Ulmer Schachteln, reisten sie über die Donau in ihre neuen Siedlungsgebiete. Aus heutiger Sicht handelte es sich um Arbeitsmigration.
Die deutschsprachigen Siedler, pauschal als „Schwaben“ bezeichnet – obwohl sie aus verschiedenen Regionen Deutschlands stammten – schlugen im Donaubecken Wurzeln und lebten über zwei Jahrhunderte weitgehend friedlich mit anderen Volksgruppen zusammen. Diese multiethnische Nachbarschaft war geprägt von kultureller Vielfalt und gegenseitiger Toleranz.